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Wandern

Hier ist es am Schönsten

Wunderbare Waldeinsamkeit
Viele Wege führen zum Falkenstein, dem Heimatberg der Gemeinde Lindberg. Ihn über die Ries und die Jungmeierhütte "anzugehen", ist eher ungewöhnlich. Doch Nationalpark- Wanderführer Michael Schreder (34), ein Lindberger, ist der Meinung, dass man gerade auf dieser Tour den Falkenstein im wahrsten Sinn des Wortes von einer anderen Seite kennen lernt. Rund 15Kilometer, sechs bis sieben Stunden. Es geht von Lindberg über die Guberhöhle auf der Ries zur Jungmaierhütte. Hinter den Häusern dann in Richtung Scheuereck-Riegel und Taferlbaum ( Fernwanderweg; grünes Dreieck auf weißem Grund), über die Deffernikschwelle zum Albrechtschachten, zum Sulzschachten und auf den Falkenstein − "Natürlich mit Einkehr beim Reißner-Peter".

Über die Höllbachschwelle (außer, wenn der Wanderfalke brütet) und Kreuzstraßl führt die Heim-Route. "Man ist auf weiten Strecken wirklich ganz allein", schwärmt der Nationalpark-Wanderführer. Er arbeitet derzeit bei der Vhs an der Erfassung der Landkreis- Wanderwege via GPS. "Eine Super- Sache!", wie Michael Schreder betont. Auf das Gerät in Handy- Größe kann sich der Wanderer die jeweilige Route unter www.bayerischer-wald.info im Internet herunterladen. Neben Wander- gibt es jede Menge Moutainbike-, Reit-, Schneeschuh und Nordic- Walking-Touren.

Die Schachten sind das Höchste!
Manchmal blickt er auf seinen Wanderungen direkt in ein Auge − in ein Moorauge. Denn Friedl Schneck aus Frauenau, Natur-und Landschaftsführer, Nationalpark-Wanderführer, ist ein Fan der Schachten und Hochmoore. Die "GroßeSchachtentour" ist für ihn das Höchste. "Es ist, als ob man innerlich umschaltet. Man ist plötzlich ruhig und entspannt. Die uralten, knorrigen Bergahorne und -buchen auf den Schachten − sie allein schon sind diese Tour wert", so Friedl Schneck. Sie beginnt bei der Trinkwassertalsperre, geht zum Weiler Schachten und über den Judenweg hinauf zum Verlorenen Schachten, der zwar mitten im Nationalpark liegt, aber im Besitz des Freiherrn von Poschinger geblieben ist.

Von hier führt die Tour in Richtung Landesgrenze und zur Bärenkopfalm mit einem wunderbaren Blick in den Zwieseler Winkel und zum Vorderen Bayerischen Wald. Herrlich ist der Weg zum Hochschachten, einem der größten Schachten zwischen Lusen und Arber, und der Blick auf das Hochmoor um den Latschensee, wo neben dem Bohlensteg die Mooraugen glänzen und die Pflanzen dieses Hochmoorschutzgebietes − unter anderem Sonnentau, Rauschbeere, Wollgras und Moosbirl − zu bewundern sind. Man erreicht den Kohlschachten, das Zwieselter Filz mit seinen vielen Wassertümpeln und marschiert über die Hirschbachschwelle und den "Guglhupf" zurück zur Talsperre. Vier bis fünf Stunden reine Gehzeit kostet diese 15 Kilometer lange Tour, die sich meist in einer Höhe um die 1050 Meter abspielt.

Panoramablick - redlich verdient
Man schaut herab auf die Zwiesler Stadt, wo emsiges Treiben auf den Straßen herrscht. Prächtig grüßt der "Dom des Bayerwaldes" hinein ins Regental. Im Nordosten bis zum Panzer und um Steindlberg, westlich bis hinaus zur Oberbreitenau, dann wieder zum nahen Hennenkobel, zum Arber und Falkenstein reicht der Blick. Es stimmt schon: Die Einsiedelei ist einwunderschönes Platzerl, ein Ort zum Schauen und Träumen. "Einsiedelei": Hier soll in einer Halbhöhle unterm Gipfelfelsen einst der Heilige Gunther des öfteren Rast gemacht haben, wenn er von Rinchnach nach Gutwasser unterwegs war. Georg Schröder (40), seines Zeichens Natur- und Landschaftsführer, Nationalpark- Waldführer, organisiert  Wandertouren für die Zwieseler Kurverwaltung. Er mag die Wanderung zur Einsiedelei wegen des herrlicher Panoramablicks besonders gerne, aber auch, weil sie so variabel ist. Man kann sie als Nachmittags- Spaziergang genauso einplanen wie als mehrstündige Tour, denn von der Einsiedelei (erreichbar von der Stadtmitte/Hafnerstadt aus nach der Markierung "Gunthersteig") kann man weiter wandern über Glasberg und Griesbach zur Flanitzalm (Markierung "R 6") und zur Hermannskapelle in Frauenau-Zell.

"In der Au gibt es viele schöne Einkehrmöglichkeiten, ein Besuch im Glasmuseum ist in jedem Fall zu empfehlen", so Georg Schröder. 13 bis 14Kilometer lang ist diese Wanderung mit einer Gehzeit von etwa drei Stunden. Als Variante zwei schlägt Wanderführer Schröder vor: Zur Leithenwaldhöhe, zur Josefikapelle und Mariengrotte mit einem schönen Ausblick vom Gscheiperl (700Meter). Von hier ist nochein Schlenker möglich zum Bärnzeller Taferlbaum. Die Einkehr in Bärnzell hat sich der Wanderer nach dieser vierstündigen, rund 15 Kilometer langen Tour, die im wesentlichen dem Rundwanderweg 13 folgt, redlich verdient.

Wanderungen und Ausflüge mit:
Georg und Elisabeth Schröder
E-Mail: mail@natur-und-landschaftsfuehrungen.de
www.bayerwald-fuehrungen.de

Am Wasser - zum Wasser
Huschala! Wenn man sich vorstellt, dass da einmal einemeterdicke Eisschicht lag − der große Gletscher! An diesen heißen Frühherbst-Tagen ist es erfrischend, sich die Zehen vom Seebach umspülen zu lassen! Das hätte es seinerzeit, zur Eiszeit, nicht gegeben! Also: Der Große Arbersee ist zusammen mit den übrigen Seen des Bayerischen Waldes und des Böhmerwaldes ein letztes Überbleibsel der Gletscher, welche die Bergkappen bedeckten.

Ein zu Wasser gewordenes Überbleibsel sozusagen. Der Seebach fließt vom Großen Arbersee steil herab ins Tal und mündet in den Großen Regen. Der ist in Bayerisch Eisenstein, wo die von der Nationalpark-Wanderführerin Rosemarie Zoglauer (52) empfohlene Wanderung beginnt, nicht wirklich groß, aber er hat eine große Anziehungskraft, vor allem an Tagen, wo die Sonne heiß scheint. Man wandert bei Wasserplätschern im Waldesschatten nach Seebachschleife. Aufwärts geht´s in Gegenrichtung zum munter abwärts strebenden Seebach und seinem glasklaren Wasser zum Arbersee. Langsam, denn es pressiert nix! "Es ist unglaublich entspannend am Wasser", findet Rosemarie Zoglauer. Die Einkehr nach zweieinhalbstündiger Tour im Arberseehaus ist eine feine Sache, denn der Blick von der Terrasse zum Großen Arbersee und zur steilen Seewand fordert wiederum die Phantasie in Sachen Gletscher und Eiszeit heraus.

Zurück geht es über den Wanderweg E 6 nach Arberhütte. Hier wie auch am Ausgangspunkt Seebachschleife kommen die Einkehrer voll auf ihre Kosten. Gepflegte Gastlichkeit allerorten! Die Tour am Wasser zum Wasser ist rund 12 Kilometer lang. Sie kann auch mit dem Radl und dem Kinderwagen bewältigt werden. Rund 200 Höhenmeter sind zu überwinden, trotzdem ist der Wanderweg nicht allzu steil.

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