Gute Luft kommt nicht von selbst
Raus in die Natur, im Bayerischen Wald heißt das: Tief durchatmen oder besser gesagt "die gute Luft einschnaufen" – und sich daran freuen, wie wohl es Körper und Geist tut. Dass dabei die Luft in punkto Reinheit höchsten Ansprüchen genügt, das darf von Amts wegen Bodenmais von sich sagen.
Der Heilklimatische Kurort im Landkreis Regen tut für dieses Prädikat allerdings auch jede Menge, wie im Interview Karl Kollmaier zu berichten weiß. Der Tourismusreferent von Bodenmais darf dabei auf die Ergebnisse des Deutschen Wetterdienstes bauen, der der gesamten Region eine erfreuliche Luft-Entwicklung bescheinigt.
Herr Kollmaier, wie wird man eigentlich Heilklimatischer Kurort?
Indem man die Voraussetzungen erfüllt, die ein solches amtliches Prädikat erfordert. Dazu gehört natürlich die gemessene Staub- und Schadstoffbelastung der Luft, die bestimmte Grenzwerte nicht übersteigen darf, dazu gehört aber auch eine Vielzahl von Vorgaben, die ein Ort hinsichtlich Infrastruktur und ökologischer Maßnahmen erfüllen muss. Maßgabe hierfür ist ein umfassendes Regelwerk, das der Fachausschuss für Kurorte definiert hat und dessen Einhaltung vom Deutschen Wetterdienst alle 5 Jahre überprüft wird.
Bodenmais erfüllt diese Voraussetzungen und ist damit ein Heilklimatischer Kurort …
… und hat dafür auch eine Menge getan bzw. tut es immer noch im Rahmen seiner Möglichkeiten. Allerdings muss man hier freilich berücksichtigen, dass der Luft- und Umweltschutz immer auch eine überregionale, ja sogar globale Herausforderung ist bzw. in der Folge etliche Faktoren nicht im Rahmen unserer Einflusssphäre liegen. Umso mehr freuen wir uns, wenn unsere Maßnahmen Früchte tragen und die Luftreinheit in Bodenmais tatsächlich weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt.
Dazu gehört auch der Bau der Umgehungsstraße?
Natürlich, denn so wird der Schwerverkehr aus dem Ort und damit vom Menschen weg verlagert. Aber auch verkehrsberuhigte Zonen, ein besonderes Augenmerk auf umweltverträgliche Industrie- und Gewerbeansiedlungen, die nachhaltige Betonung einer effizienten allgemeinen Energieversorgung und schließlich vor allem die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sind Themen, denen wir uns seit Jahren sehr intensiv annehmen – nicht zuletzt natürlich, weil der Tourismus als Wirtschaftskraft in Bodenmais eine zentrale Rolle spielt.
Stichwort ÖPNV – in vielen Regionen Deutschlands ein Problemkind, in Bodenmais eine Erfolgsgeschichte?
Genau, denn in Bodenmais ist es mit verschiedenen Systemen und Angeboten gelungen, viele Gäste davon zu überzeugen, dass sie bei ihren Ausflügen ihr Auto doch einfach stehen lassen können. So gibt es zum Beispiel einen Wanderbus, der die Urlauber bequem ans Ziel und zurück bringt – ein gerne genutzter Service, ebenso wie im Winter unser Skibus-System, für das Bodenmais sogar schon mit dem Bundesumweltpreis ausgezeichnet worden ist.
Herr Kollmaier, vielen Dank für das Gespräch.



