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Wandern

Erlebniswege

Flusswanderweg

Bayerisch Eisenstein - Zwiesel - Regen
Dieser Fernwanderweg verläuft auf 26 Kilometern zwischen Bayerisch Eisenstein und Regen immer am Regenfluss entlang. Für die gesamte Strecke müssen rund 6,5 Stunden Gehzeit geplant werden. Es können aber auch beliebige Teiletappen in jeder Richtung erwandert werden. Anschluss ins Bayerwald-Ticket-Liniennetz besteht in Seebachschleife (RBO 6197/6121), Regenhütte (RBO 6197/6121), Ludwigsthal (Waldbahn undRBO 6197/6121), Zwiesel (Waldbahn, Falkensteinbusse und RBO-Busse), Bettmannsäge (Waldbahn) und Regen (Waldbahn und RBO-Busse). An Start und Ziel, aber auch unterwegs gibt es vieles zu besichtigen:

In Bayerisch Eisenstein das Localbahnmuseum und das Naturpark-Informationszentrum im Grenzbahnhof, in Ludwigsthal das Nationalpark-Informationszentrum Haus zur Wildnis. Die Glasstadt Zwiesel lädt zum Bummeln ein und in der Kreisstadt Regen ist das Niederbayerische Landwirtschaftsmuseum unbedingt einen Besuch wert.

Der Flusswanderweg von Regen nach Zwiesel – ein Erlebnis
Eine ungemein reizvolle Auenlandschaft wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Es ist ein schwülwarmer Sommertag, als wir beschließen auf dem Flusswanderweg von der "Heubrücke aus ins 8 km entfernte Zwiesel zu marschieren. Gleich, nachdem wir die nach Zwiesel führende B 11 passiert haben, biegt rechts vor uns den Regener Stausee überquerenden Heubrücke der Flusswanderweg ab, dessen Markierung – zwei stilisierte blau Wellen auf weißem Grund sind. Kaum sind wir einige Meter gegangen, wähnen wir uns in einem lichtdurchfluteten Auenwald, Ahorne, Erlen, Weiden und Haselbüsche breiten ihr grünes Blätterdach schützend über den Weg und spenden wohltuenden Schatten.

Man spürt sehr bald, dass man hier nicht einfach so dahinschlendern kann, denn bei jedem Schritt vorwärts eröffnen sich neue Überraschungen, neue Perspektiven. So führt uns der überaus reizvolle Weg manchmal über "Stock und Stein", einmal über felsigen, dann wieder über moorigen Untergrund, der bei jedem unserer Schritte mitschwingt, über bizarr geformte Wurzeln, leichte Sumpfstellen und andere kleine Unwegsamkeiten.

Wird der knapp 1 m breite Pfad, der unmittelbar neben dem Flussbett verläuft, zu morastig, dann sichern Knüppeldämme aus schweren Eichenbohlen bzw. Stege aus Fichtenholz ein trockenes Vorwärtskommen. Und immer wieder lockt der Fluss! Bleiben Sie dann und wann stehen und werfen Sie, wenn der Baumbewuchs nicht so üppig ist, einen Blick auf diesen wildromantischen Bayerwaldfluss, den längsten übrigens, dessen zwei Quellflüsse, der Große und der Kleine Regen auf böhmischer Seite entspringen und der schließlich in Regensburg in die Donau mündet.
Mächtige Felsbrocken ragen vereinzelt aus dem moorbraunen Wasser und werden von den dahertreibenden Quellen sanft umspült.

Auf dem Wasser selbst herrscht emsiges Treiben. Geschäftige Entenmütter unternehmen mit ihrem Nachwuchs erste Schwimmversuche, Schwäne gleiten majestätisch vorbei; Libellen ziehen schwirrende Bahnen und langbeinige Mücken und Zirpzikaden taumeln über die Wasseroberfläche. Bachstelzen und Wasseramseln schwirren laut zwitschernd über den Fluss und beleben dieses paradiesisch anmutende Biotop. Da und dort sieht man Fischer kniehoch im Wasser stehen und ihre Angel auswerfen. Nun benebelt der schwere süßlich-herbe Blütenduft mehrerer am Wegesrand stehender Holunderbüsche unsere Sinne.

Wir staunen nicht wenig über den Artenreichtum der Pflanzen, die sich hier in so üppiger Farbenpracht vor unseren Augen darstellen. Auf der einen Seite Ebereschen, Birken und Fichten, dann wieder zartgefiederte Farne, filigranes Zinnkraut, Heidelbeerstauden, von denen wir erste Beeren abzupfen und verschmausen, Brombeerhecken und meterhohe Sumpfgräser. Hier dichte Sauerkleepolster – dort wundervolle pinkfarbene Tupfer der Kuckucks-Lichtnelke. Eine einzigartige Farbharmonie von weiß über rosa bis lila erfreut unsere Augen, angefangen vom rosa- bis dunkelrot-changierenden Drüsiger Springkraut über die zartlila Glockenblume, den Beinwell und den Strochschnabel bis hin zum mannshohen Geißbart mit seinen kleinen weißlichen, in dichten Rispen stehenden Blüten.

Unter der so genannten "Nagerlbrücke" (Eisenbahnbrücke) – im übrigen könnte mancher hier rechts nach Schweinhütt abbiegen, wo im Gasthaus Mühl Einkehrmöglichkeit besteht -, geht es weiter über Bettmannsäge bis nach Zwiesel. An der Schlachthof-/Bahnhofstraße in Zwiesel haben wir unser Ziel erreicht. Hier verfolgen wir den Zusammenfluss von Großem und Kleinem Regen, der ab dieser Stelle nur "Schwarzer Regen" heißt.

Liebe Wanderer, haben Sie Lust bekommen, diesem Weg nachzugehen? Im Übrigen könnten sie über Zwiesel noch weiter bis Bayerisch Eisenstein marschieren und von dort mit dem Zug nach Regen zurückfahren. Oder Sie kehren in Zwiesel um und gehen die gleiche Strecke nach Regen zurück, die Ihnen wahrscheinlich, von einem anderen Blickwinkel betrachtet, ganz neu vorkommen wird!
Eine weitere Möglichkeit, von der Stadtmitte Regens zum Flusswanderweg zu gelangen, ist folgende:

Vom Regener Kurpark aus gehen Sie links über den Rodenstock-Steg, dann nach rechts den Seeweg entlang (hier besteht im übrigen Einkehrmöglichkeit im "Krampersbacher Hof") unter der Eisenbahnbrücke hindurch und dann folgen Sie weiter der Markierung, bis Sie zur Heubrücke kommen, nach deren Überqueren Sie am Ausgangspunkt unserer Wanderung angelangt sind. Oder – Sie gehen beim Kirchsteig (Modehaus Thomas) die überaus reizvolle Mühlleite entlang, bis Sie beim Rodenstock-Steg den Seeweg erreicht haben. Den weiteren Weg gehen Sie dann – wie oben beschrieben.
                                                                                                   (Brigitte Brock)

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