Der Große Arber - Modernstes Mittelgebirgs-Skigebiet Deutschlands
Wie von Geisterhand öffnet sich der Bügel. Philipp, vielleicht sechs Jahre alt, hat seine Skistöcke fest in den Händen und kauert in den weichen Liftpolstern schon in Startposition. Und los! Zwei kräftige Schübe - und hinein geht's in die Familienabfahrt.
Vor gut sechs Jahren hat am Großen Arber die Zeitenwende begonnen, jetzt ist das letzte Großprojekt vollendet. 25 Millionen Euro wurden in Seilbahnen investiert, heute ist das Wintersportzentrum im Bayerischen Wald das modernste in einem deutschen Mittelgebirge.
Philipps Familie, die zum ersten Mal ihren Winterurlaub im Osten Bayerns verbringt, erlebt ein Phänomen:
Am Arber steigert sich der skifahrerische Anspruch jetzt von rechts nach links. Rechts, am flachen Thurnhofhang, tummeln sich die Anfänger. Links folgen Damen- und Familienabfahrt für die Aufsteiger, dann die Bayer- und Böhmerwaldstrecke für die Genießer und Carvingfreunde, ganz links schließlich die schwarze Weltcupstrecke und der Osthang für Könner.
Als Bergbahn-Chef Thomas Liebl vor acht Jahren als Betriebsleiter an den Arber kam, war das noch anders. Da surrten ein alter Sessellift und sechs nicht minder antiquierte Schlepper Richtung Gipfel, die Skifahrer kamen meist aus der Region. Doch Liebl hat den höchsten Berg des Bayerischen Waldes aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Erbprinz Karl Friedrich von Hohenzollern hat ihm dazu den fürstlichen Auftrag erteilt. Ergebnis: Am Großen Arber gibt es mittlerweile moderne Seilbahntechnik wie in keinem anderen Mittelgebirge, selbst die meisten deutschen Wintersportgebiete in den Alpen hinken hinterher.
44 Jahre fristete die Region ein Schattendasein an der Grenze zum Ostblock. Zwar war nach dem Krieg in zaghaften Schritten ein Skigebiet entstanden, Flugzeugsitze aus dem Messerschmitt-Werk in Regensburg bildeten den Grundstock, nennenswerter Tourismus blieb aber aus.
Selbst die Weltcup-Rennen, in deren Siegerlisten sich Namen wie Ingemar Stenmark oder Anita Wachter finden, haben daran wenig geändert. Doch seit 1999 ist alles anders. Eine Sechsergondel machte den Anfang, dann folgten der erste Sechsersessellift, eine moderne Beschneiungsanlage, schließlich Deutschlands größter Snowboardpark, jetzt der zweite Sechsersessellift und eine Schirmbar am Sonnenhang. Die alten Lifte wurden demontiert, plötzlich war Platz für weitere Pisten.
Die anspruchsvollste kreierte kein Geringerer als Bernhard Russi. Der Olympiasieger aus der Schweiz schuf die neue Weltcupstrecke, auf der sich 2004 Anja Paerson den ersten Sieg holte.
Doch nicht nur Skifahrer zieht es in den Bayerischen Wald, auch Wanderer haben den winterlichen Arber entdeckt. Ob zu Fuß auf dem präparierten Höhenweg oder mit Schneeschuhen querfeldein erobern sie sich das Plateau zwischen den beiden Nebengipfeln Seeriegel und Richard-Wagner-Kopf.
Ein Winterwunderland wartet auf Sie!
Winterwunderland - das findet auch Philipp.
Er setzt sich zum x-ten Mal hintereinander in den Lift. "Noch mal, noch mal", ruft er.
Infos - Großer Arber:
Skipass für Erwachsene 110 Euro (sechs Tage), Kinder (bis 16 Jahre) und Senioren 73 Euro.
Familienkarte (2 Erwachsene und beliebig viele eigene Kinder) 340 Euro (sechs Tage).
Erhältlich unter:
Arber-Bergbahn, Talstation Großer Arber,
94252 Bayerisch Eisenstein, Tel. 09925/9414-0
E-Mail: arber@hohenzollern.com







