Rundweg: Kunst und Kultur am Moosbacher Pfahl
Er liegt ungefähr zehn Kilometer nordwestlich von Viechtach bei Prackenbach. Und er bietet den Wanderern und passionierten Spaziergängern eine ideale Gelegenheit, Kunst, Kultur und Natur zu verbinden: Der Rundweg am Moosbacher Pfahl. Wer hier alle Sinne öffnet, der findet eindrucksvolle Zeugnisse ursprünglichen Brauchtums, seltene Pflanzen, Felsentürme aus weißem Quarz – und reichlich Gelegenheiten, im Bayerischen Wald die Muse zu entdecken.
Der etwa vier Kilometer lange Rundweg führt durch das Naturschutzgebiet "Moosbacher Pfahl" und um den ehemaligen Steinbruch. Er beginnt am höchsten Punkt des Quarzfelsrückens, der von einer Kreuzigungsgruppe mit den Figuren von Maria und Johannes gekrönt ist. Weitere Zeichen der Volksfrömmigkeit und sakralen Kunst, eng verzahnt mit den weiß schimmernden Quarzfelsen, finden sich außerdem auf einem Felsvorsprung (Ölberginszenierung nach spätgotischem Vorbild), in einem Felsengrab und bei den vielen Kreuzwegstationen.
Auch die Naturfreunde kommen auf dem Rundweg nicht zu kurz: Seltene Flechtenarten, das gelbe Johanniskraut, die rote Heidenelke und das rosa blühende Heidekraut erfreuen nicht nur die Augen, sondern auch den Geruchssinn. Dazu gibt es Musik von zahlreichen Vogelarten, die unter anderen in Hundsrosen-, Weißdorn- und Schlehensträucher nisten. Und wer Glück hat, der hört auch das dünne, hohe "ziht" inklusive einem eiligen, Klirren der Heckenbraunelle.
Natur pur: Lichte Kiefern- und Eichenwälder gehen auf felsigen Böden in offene Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen über. Die Pfahlheiden sind durch die ehemalige Beweidung des felsigen Pfahlrückens entstanden und werden heute bei Landschaftspflegeaktionen regelmäßig entbuscht – zum nachhaltigen Nutzen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.
Die Felsentürme aus weißem Pfahlquarz verleihen diesem alten Naturschutzgebiet eine besondere Schönheit und Eigenart. Um dieses landschaftliche Wahrzeichen zu erhalten, wurde der Moosbacher Pfahl bereits im Jahr 1939 unter Naturschutz gestellt. Im benachbarten Steinbruch baute man den wertvollen Rohstoff noch lange Zeit ab und verarbeitete ihn vorwiegend zu Schotter.
Heute ist der schon lange stillgelegte Steinbruch, um den der markierte Rundweg führt, wieder stark zugewachsen. Besonders eindrucksvoll: Die bis zu 70 Meter tiefen Steilwände des Steinbruches.
Mehr Informationen:
Pfahl-Infostelle Viechtach unter 09942 - 90 48 64.
Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher






